About the Band
MOJO
Das ist in aller Kürze ausgedrückt eine Art Glücksbringer oder Talisman wie er in der Voodoo Zauberei verwendet wird.Jene im Blues so oft besungenen Utensilien also, die Hexenmeister und Wahrsagerinnen anwenden, wenn es darum geht ,Unheil oder Krankheiten abzuwehren oder Glück in der Liebe UND im Spiel heraufzubeschwören. Ob dies nun alles nur Humbug ist und es bloß gilt abergläubischen Narren das Geld aus der Tasche zu ziehen,oder ob diese- meist in einem kleinen Beutel sorgsam aufbewahrten- magischen Mixturen aus Katzenknochen,geriebenen Spinnenbeinen,getrockneten Fröschen,Fledermausflügeln,Klapperschlangenschwänzen und Zauberwurzeln(Mojo hand) etc. tatsächlich im Stande sind zu halten,was sie versprechen,das sei dahingestellt. Wahrscheinlich muß man nur dran glauben,dann funktioniert es auch.
A Guitar Player
Da gibt es natürlich auch noch den entsprechenden Mojo um andere Menschen in seinen erotischen Bann zu ziehen,wobei das auch nicht immer zu klappen scheint. Muddy Waters hatte offenbar den falschen Mojo erwischt, wenn er da singt : "I've got my Mojo working,but it just don't work on you".

Die Band
Was allerdings schon lange klappt,das ist die Chemie zwischen dem Publikum und der Mojo Bluesband ,die es nun schon seit einem Vierteljahrhundert vermag die Bluesfans aus aller Welt in ihren Bann zu ziehen und zu begeistern. Der in all den Jahren ihrer Tätigkeit solide gewachsene homogene Sound der Mojo Bluesband nimmt im wahrsten Sinn des Wortes "gefangen".
Die Band um den Gründer Erik Trauner verkörpert eine höchst regsame Interessensgemeinschaft , und präsentiert sich als spielfreudiger Brauchtumsverein mit wechselnder Mitgliedschaft, der eine exotische Sprache wie die des Blues allmählich zu der seinen gemacht hat.Gleichermaßen zur Muttersprache aus zweiter Hand mit allen Ablegern und Dialekten. - Den traditionellen Chicago Blues gleichermaßen wie swingenden R&B und rollende Boogies. Aber auch die Musik aus Louisiana hatte es den Mojos seit jeher angetan und mit der von der Zydeco Musik geprägten Nummer "Rosa Lee" gelang es ihnen sogar 1988 die Hitparaden zu erobern. 1977 gegründet konnte diese "in Europa in ihrem Genre konkurenzlose Formation" - so der Betreiber des Wiener Jazzlands, Axel Melhardt - nunmehr über ein Dutzend Tonträger einspielen und die nahezu beispiellose Referenzliste an Kooperationen mit zahllosen internationalen Größen liest sich wie ein Who's Who der traditionellen Bluesszene. Die Mojo Bluesband gastierte auf fast allen einschlägigen Festivals und Konzertbühnen im In-u. Ausland und trotz der stolzen Erfolgsbilanz ist nicht zuletzt auch auf Grund der kompletten Neubesetzung(seit Anfang 2002) keinesfalls mit einem Ausglühen des inneren Feuers zu rechnen.

Der Sound
Innerhalb der Band hat der in der Bluesmusik so wichtige Frage-Antwort Dialog gegenüber dem Endlos-Solieren eines Einzelnen stets die Priorität. Ein Konzert mit der Mojo Bluesband gestaltet sich immer als dynamisches, spannendes Wechselbad der Gefühle wobei mit launigen Ansagen auch für die nötige Portion Humor gesorgt ist. Spontanität und das Einbeziehen des Publikums sorgen immer für Abwechslung und Spannung. -Gewissermaßen ein emotionaler Ausflugs-und Erholungsraum für Fließband-Pop-Geschädigte!

Trotz der Verehrung und dem Respekt gegenüber den unzähligen Vorbildern und Interpreten des Blues wie etwa Muddy Waters,Jimmy Reed, Sonny Boy Williamson oder T-Bone Walker ist es der Mojo Bluesband stets das wichtigste Anliegen den eigenen musikalischen Weg zu finden und zu gehen.

Blues ist nicht nur als Musikform,sondern vor allem auch als Ausdruck einer gewißen Lebenseinstellung zu verstehen. "Es geht darum" ,so Erik Trauner, "eine eigene Handschrift zu entwickeln. Da ist kein Platz für Schmähs;beim Blues muß das Leben aus Dir sprechen-.Wer nichts erlebt hat,der kann auch nichts erzählen. Mit uns Bluesmusikern ist es wie mit dem Wein.-Je älter wir werden ,desto besser werden wir!"


weitere Musikalische Projekte
Down the Blues Alley ( Erik Trauner, solo )
Wizards of Blues ( Erik Trauner & Siggi Fassl )

HISTORY - Mojo Blues Band
Als ich 1976 nur als Duo gemeinsam mit Joachim Palden am Piano durch die noch spärlich vorhandenen Wiener Clubs tingelte befand sich die österreichische Bluesszene noch im embryonalen Stadium. Musiker wie Al Cook oder Martin Pyrker aber auch Bluesfans wie Hans Maitner mit seiner längst eingestellten Ö3(!) Radiosendung Radio "Living Blues" leisteten damals unschätzbare Pionierarbeit. Wir traten auch regelmäßig im Jazzland auf,und bald zu einer Band herangewachsen, hatten wir dort 1977 unser Konzertdebüt unter dem Namen Mojo Bluesband.
Wir verschlangen förmlich alle Bluesschallplatten die wir auftreiben konnten,probten fast täglich in Joachims Wohnung(der Familie sei gedankt) und freuten uns mit roten Backerln über jeden gelungenen Ton. Noch im selben Jahr trampte Joachim per Autostop nach Zürich und gewann dort einen Boogie Woogie Contest samt Plattenvertrag mit der Firma Gold Records. Das führte uns 1978 in die Schweiz,wo wir unser erstes Album "Shake That Boogie" einspielten. Unser Erstlingswerk verkaufte sich in der Schweiz recht gut und in der Heimat konnten wir den Markt mit etwa 100 verkauften Exemplaren förmlich überschwemmen.
Bild MBB 1978    Bild MBB 1979

Wir hatten damals den Nachteil, keine anderen Bluesbands live zu erleben, waren aber somit auch nicht versucht zu kopieren und so konnten wir unseren eigenen Sound entwickeln.- Der war bereits von Beginn an vom traditionellen Chicago Blues geprägt.
Als einzige Bluesband in Wien waren wir auch die beste und wurden daher auch des öfteren als Begleitband für tourende USA Künstler eingesetzt. Diese eindrucksvollen nicht immer reibungslosen Blueslektionen boten uns die Gelegenheit mehr über die Bluesmusik zu erfahren und vor allem jene Menschen kennen zulernen, die sie schließlich "erfunden" hatten.

1980 übernahm Bellaphon die in der BRD aufgenommene 2.LP "Hey Bartender". In diesem Jahr begegnete ich im Cafe Lange-meinem damaligen Stammlokal-der britischen Sängerin Dana Gillespie.Ich schlug Dana vor bei uns zu singen und gemeinsam mit Martin Wichtl am Saxophon erlebte die Mojo Bluesband einen beträchtlichen Popularitätsaufschwung. Wir hatten gute Songs und eine sehr unterhaltsame Show und die bis dahin auf Chicago eingeschworene Band bewegte sich immer mehr in Richtung R&B und Rock&Roll. 1982 wurde in dieser Formation die 3.LP ".....and the Boogie Woogie Flu" veröffentlicht.
Bild MBB 1980    Bild MBB 1982

Nach einigen erfolgreichen Jahren empfand ich allerdings unsere musikalische Entwicklung zu oberflächlich und ich sehnte mich nach meinen Wurzeln zurück.Es war an der Zeit das Gesicht der Mojo Bluesband zu verändern. Joachim ging seinen eigenen Weg gemeinsam mit der italienischen Sängerin Etta Scollo, Martin Wichtl hatte von jeher Beruf und Familie und Dana liebäugelte wieder einmal mit einer Karriere in der Pop- Branche. - und das mit Erfolg. In der Zwischenzeit begann ich mit dem Multiinstrumentalist und Gründer der "Backyard Bluesband", Christian Dozzler zu proben. Schon seit einiger Zeit hatte ich mir den Schlagzeuger Michael Strasser und den Bassisten Gerhard Strauhs von seiner Band "geliehen" und wir beschlossen 1985 die beiden Gruppen zu fusionieren. Ein weiterer Wunsch von mir die Besetzung betreffend ,war auch von jeher einen zweiten Gitarristen in die Band zu nehmen.- Da bot sich ein talentierter junger Mann aus einer Schülerband an : Markus Toyfl.
Bild MBB 1985

In diesem Gewand widmete sich die Band wieder vorwiegend dem Chicago Blues der 40er und 50er Jahre und klang authentischer als je zuvor. Die Musik aus den Sümpfen Louisianas hatte es uns aber mittlerweile ebenso angetan. Die Zydeco und Cajun Musik mit dem so typischen Akkordeondrive begann uns immer mehr zu faszinieren und wurde ein Markenzeichen des neuen Mojo- Sounds. Bei der 4.LP "Hot Bricks"(1984) wirkten Dana Gillespie und Martin Wichtl noch als Gäste mit und nach dem Wechsel zur Plattenfirma EMI Austria brachten wir 1987 unser 5.Album "Midnight in Swampland" heraus. Eine live Session aus dem Jazzland,die damals sowohl auf Vinyl als auch auf CD erschien.Was haben wir damals den schönen großen Plattencovers nachgetrauert !

Mit dabei war damals bereits der schweizer Bassist und Pianist Dani Gugolz ,ebenfalls ein Bluesfreak,der kurzerhand seinen Wohnsitz nach Wien verlegt hatte, um bei uns einzusteigen. Dani war für uns eine echte Bereicherung und wir steuerten in dieser Besetzung unseren größten Erfolgen entgegen. 1988 erklommen wir sogar mit der flotten Zydeco-Nummer "Rosa Lee" die nationalen und internationalen Hitparaden in Österreich. 1989 verließ Michael Strasser die Band.
Bild MBB 1988

Auf der Suche nach einem neuen Schlagzeuger unternahmen wir 1989 einen abenteuerlichen Betriebsausflug nach Chicago,nicht zuletzt um endlich einmal in die Wiege unserer musikalischen Wurzeln zu pilgern. Dieses unvergessliche Erlebnis gipfelte in einer 16-stündigen Aufnahmesession mit Musikern aus der "Windy City" am Tag vor unserer Heimreise. Wir hatten zwar keinen Drummer gefunden,aber dafür eines unsere schönsten Alben mit nach Hause gebracht: LP/CD "The Wild Taste of Chicago".(1989)
Einen Schlagzeuger fanden wir schließlich doch in Wien und 1991 gingen wir mit Peter Müller "on drums" ins Studio um unser 7.Album"Alligator Walk" einzuspielen. Wir versuchten mit dem Titelsong vielleicht etwas zu verkrampft an den Erfolg von "Rosa Lee" anzuknüpfen und so war diesem Titel in Österreich nur moderater Zuspruch beschieden.

Nicht so in den USA. Dort wurde ohne unseres Wissens und Zutuns "Alligator Walk" eine der beliebtesten und eine der meist gespielten Tanznummer der sogenannten Shag*- Szene.( *Eine Abart des Jitterbugs, entstanden in South Carolina).

So tourten wir also landauf und landab von Club zu Club ,von Festival zu Festival und absolvierten rund 150 Konzerte im Jahr.Wir wurden für zahllose Festivals und Aufnahmesessions als Begleitband herangezogen,unter anderem trafen wir sehr oft mit dem Boogie Champ aus Hamburg Axel Zwingenberger für die verschiedensten Projekte zusammen. ( siehe Discographie)
Bild MBB 1991

Unsere guten Kontakte ermöglichten es uns auch viele der Blueslegenden für ausgedehnte Tourneen über den Teich zu locken Dabei waren wir stets bedacht diese live Konzerte mitzuschneiden und wenn möglich auch zu veröffentlichen. - Übrigens, schön dokumentiert auf der 3er CD Box "Super Blues News".( 8.Album,1992) Leider wurde unsere Vorliebe gerne Gäste einzuladen für so manchen Veranstalter zur Selbverständlichkeit und führte bisweilen zu groben Mißverständnissen: ".............und wenn ihr wieder Schwarze da habt's ,ruaf mi an!"

Das intensive Tourneeleben zehrt natürlich sowohl physisch als auch psychisch immer wieder schwer an der Substanz eines jeden Einzelnen und es kommt manchmal zwangsläufig zu nicht mehr lösbaren zwischenmenschlichen Konflikten. So steigt Christian Dozzler 1993 aus der Band aus und wird auf Axel Zwingenbergers Empfehlung hin, durch den aus der BRD stammenden Pianisten Henning Pertiet ersetzt. Es folgten 3 weitere schöne Jahre in dieser Besetzung und ich nahm in der Zwischenzeit Mundharmonika Stunden bei Christian Sandera.(Danke Christian)
1993 begaben wir uns auf einen weiteren unvergesslichen Trip nach Chicago kombiniert mit Studiosession. Gemeinsam mit Henning sind 2 Alben entstanden: 1994 "Blues Roll On"(Nr 9) und die 1996 im Jazzland größtenteils live aufgenommene CD "R&B Party"(Nr 10), wo man einen äußerst spielfreudigen Red Holloway mit heißer Saxophonröhre erleben kann. Das große Gesangstalent Petra Toyfl, Markus' Schwester, war in den letzten Jahren nicht nur gerngesehener Bühnengast sondern wohnte auch diesen Aufnahmesessions bei.
Bild MBB 1995

1997 zog es Henning wieder nach Deutschland zurück und der Klaviervirtuose Hannes Otahal stieß zur Band. Das Tondokument dieser eher kurz währenden Zusammenarbeit veröffentlichten wir noch Ende 97 ("20 Years in the Bluesjungle"-) und feierten mit unserem 11. Album die ersten beiden Dekaden unseres Bestehens. Nach dem Abgang von Hannes Otahal bestritten wir mit dem Piano-As aus Münster - Frank Muschalle - als "Interimspianisten" eine Reihe von Tourneen.
Bild MBB 1997

1998 luden uns die oben erwähnten" Shagger" zu einer fulminanten Tournee nach South und North Carolina ein und zum ersten Mal bekamen wir den Hauch einer Idee was es heißen muß ,ein großer Star in den USA zu sein.Dort lernte ich auch meine aus Philadelphia stammende Frau kennen.Ein glücklicher Trip also, in vielerlei Hinsicht.
Trotz unserer Erfolge schlug uns EMI Austria eine Trennung vor und wir gründeten kurzerhand unser eigenes Label: Styx Records.
1999 boten wir Christoph Rois den Pianostuhl bei der Mojo Bluesband an und veröffentlichten auf Styx gleich 2 CDs: "A Chicago Blues Night Live" mit Taildragger(Nr. 12), die, um das rauhe Feeling eines Taildraggers echt wiederzugeben, nur mit einem Walkman aufgenommen wurde. Die 2er Box "Bluesparade 2000" (Nr 13),die wieder gespickt ist mit verschiedensten Mitschnitten und Sessions aus den vorhergegangenen Jahren(u.a. mit Titeln von der in den USA ebenfalls 1999 aufgenommenen und nur dort veröffentlichten CD "Southern Blues Cruise") erschien ebenfalls noch rechtzeitig vor dem Millenium. Leider warten wir immer noch vergebens auf die vereinbarten Lizenzen von Repete Records!
Bild MBB 1999

Schließlich wurde einmal mehr der Klavierposten frei.Der junge St. Pöltner Musiker Thomas Horneck wagte sich auf den "Schleudersitz" der Mojo Bluesband, allerdings beschlossen wir Anfang 2001 einvernehmlich die gesamte Band per Ende des Jahres aufzulösen. Mit dieser Entscheidung im Bewußtsein folgte ein eher unerfreuliches Jahr in meist angespannter Atmosphäre und am 19.Dezember 2001 gaben wir unser letzes Konzert in der Besetzung, die mit rund 15 Jahren am längsten gehalten hatte.

Obwohl ich nach wie vor den Bandnamen innehatte, wollte ich eigentlich keine "neue"Mojo Bluesband mehr formieren. Es sind mir aber binnen kurzer Zeit wieder sehr ambitionierte und motivierte Musiker über den Weg gelaufen,die mich durch ihre Spielfreude doch dazu bewogen haben weiter zu machen.
Die neue Mojobluesband hat mittlerweile voll eingeschlagen und wir freuen uns schon auch in den nächsten Dekaden unsere Musik vor vollen Häusern zwischen Pittsburgh und Markt-Piesting präsentieren zu können. Siehe Highlights
Bild MBB 2006

Herzlichst
Euer
Erik Trauner,
Wien, Dezember 2006

DOWNLOAD VON PRESSEMATERIAL UND BERICHTE


Mojo Blues Band "The Blues will never die!"

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Kontakt    ©  Erik Trauner // Mojo Blues Band -- Last Update : 20.12.2006